Ausstellung »Einfach. Natürlich. Leben. – Lebensreform in Brandenburg 1890–1939«, 10.7.2015–22.11.2015, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Potsdam

Rotes Luch/Grünhorst:
Im Roten Luch gibt es in den 1920er und 30er Jahren drei Siedlungsexperimente. 1920 zieht der anarchistische Berliner Gynäkologe Dr. Heinrich Goldberg mit seiner Kommune in eine Höhle, die »Kaverna di Zaratustra«. Sich selbst nennt der von Nietzsche begeisterte Esperantist »Filareto Kavernido«. Hier wird eine Gesellschaftserneuerung auf der Basis von Besitzlosigkeit und freier Liebe modellhaft erprobt. Nach dem Abzug der Filareto-Kommune nach Frankreich versucht der Maler und Anarchist Artur Streiter ab 1926 vergeblich, Gleichgesinnte für seine spartanische Lebensreform-Siedlung zu werben.
1930 gründen Gusto Gräsers Tochter Gertrud und der Schriftsteller Hugo Hertwig die Siedlung »Grünhorst« und betreiben bis 1936 biologische Landwirtschaft. Zu ihnen stößt der Christ-Revolutio­när und Maler Max ­Schulze-Sölde, der hier seinen »Orden vom Sonnenkreuz« zu etablieren versucht. Zu den zeitweiligen Bewohnern gehört auch Gusto Gräser, der als Wanderprediger und Mitbegründer der Kolonie Monte Verità eine Identifikationsfigur der Lebensreformbewegung wird.

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