Ausstellung »Einfach. Natürlich. Leben. – Lebensreform in Brandenburg 1890–1939«, 10.7.2015–22.11.2015, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Potsdam

August Bier in Sauen
Der Chirurg August Bier tritt in seiner ­ärztlichen Praxis für Homöopathie und die Behandlung mit »Hyperämie« ein – die lokale Durchblutungs­steigerung in kranken Körperteilen durch ­Stauung oder durch Hitze. Entzündung und ­Fieber werden zu Heilzwecken angewandt. Auch in der Behandlung von Knochentuber­kulose setzt er auf naturheilkundliche Ver­fahren, die Licht, Luft, Bewegung und Diät als natür­liche Heil­reize nutzen, und zieht sich ­damit die Kritik der etablierten Schulmedizin zu.
Bier versteht sich auch als Philosoph. Sein der Antike verpflichtetes Denken beruht auf ­einem ganzheitlichen Weltbild des ständigen Wechsels und der Harmonie. Grundannahme seiner Medizin ist die natürliche Regenerationsfähigkeit des Organis­mus. Diese gilt gleichermaßen für Biers Sicht auf den Wald. Auf seinem Gut in Sauen wird er zum Waldreformer. Kiefernmonokulturen sollen wieder zu regional­typischen Misch- und Dauerwäldern werden. Nicht forstwirtschaftliche Effizienz ist für Bier maßgeblich, sondern harmonische Pflanzennachbarschaften, Klimaverbesserung und Artenreichtum.

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