Ausstellung »Einfach. Natürlich. Leben. – Lebensreform in Brandenburg 1890–1939«, 10.7.2015–22.11.2015, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Potsdam

Gustav Nagel am Arendsee:
Gustav Nagel nennt sich selbst »Wanderprediger und Tempelwächter vom Arendsee«. Früh kommt er mit der Naturheilkunde in Berührung, bricht daraufhin seine Kaufmannslehre ab und schlägt einen radikal unkonventionellen Lebensweg ein. Mit seiner Lebensweise sucht er neue Antworten auf die Fragen nach Besitz, Beruf, Kleidung, Ernährung und Sesshaftigkeit. Auf seiner Wanderschaft, die ihn bis nach Jerusalem führt, propagiert er mit Vorträgen und Traktaten sein lebensreformerisches Ideal von Bedürfnislosigkeit, Natürlichkeit und Gesundheit. Vor allem aber lebt er es vor, indem er barfuß und so nackt wie möglich, vegetarisch und alkoholfrei durch die Lande zieht.
Für Nagel sind naturgemäße und gottgefällige Lebensweise eins. In seiner Heimat am Arendsee in der Altmark baut der »Tempelwächter« 1910 am Seeufer seinen Paradiesgarten mit Tempel, Seegrotte und einer schlichten Wohnhütte. Sein Anwesen ent­­wickelt sich zu einem Publikumsmagneten. Daneben war er Reichstagskandidat, Dichter und mit seiner phonetischen Schreibweise auch Rechtschreibreformer.

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