Ausstellungskatalog »Im Schatten der Großen Meister …«

Anlässlich der Sonderausstellung im Dessauer Johannbau »Im Schatten der Großen Meister – Die Dessauer Künstlerfamilie Beck/Schubert im 19. Jahrhundert« erschien ein 120-seitiger Katalog. Team VIERZIG A realisierte neben dem Buchprojekt auch verschiedene Werbemittel zur Ausstellung.

Im Schatten der großen Meister –
Die Künstlerfamilie Beck/Schubert im 19. Jahrhundert in Dessau

Im 19. Jahrhundert wirkten in der anhaltischen Residenzstadt Dessau einige Vertreter der Künstlerfamilie Beck/Schubert. Begonnen hat die Reihe mit Johann Heinrich Beck, der ab 1808 hier als Hofmaler wirkte. Sein Sohn, der spätere Jurist und Kreisgerichtsrat Rudolf Beck (1811–1892), war selbst ein dilettierender Künstler und hinterließ ein umfangreiches zeichnerisches Werk. Ein anderer Sohn, Otto Beck (1814–1880), war Landschaftsmaler.
Die Tochter Therese Beck (1820–1900) heiratete den Maler Franz August Schubert (1806–1893). Dessen Hauptwerk war die Deckenmalerei im Konzertsaal »Die Entwicklung von Musik und Tanz«. Schuberts Bruder Benjamin (1802–1887) war Bildhauer und Vergolder. Ein Sohn des Letzteren war der Bildhauer Hermann Schubert (1831–1917), Professor in Dresden. Er schuf die Denkmale von Wilhelm Müller und Friedrich Schneider in Dessau.

Johann Heinrich Beck

Der »Stammvater« Johann Heinrich Beck (1788–1875) war ein Sohn des Dessauer Schuhmachermeisters Johann Georg Beck. Gefördert durch Fürstin Luise und den Fürsten studierte er ab 1806 an der Akademie Dresden. Nach Dessau zurückgekehrt wurde er Hofmaler und Konservator der herzoglichen Kunstsammlungen, später auch Zeichenlehrer am Gymnasium. Daneben war er als Zeichner und vor allem als Porträtmaler gefragt und schuf zahlreiche Porträts von Mitgliedern der herzoglichen Familie. Sein bedeutendstes Werk war das Deckengemälde im Konzertsaal des Herzoglichen Hoftheaters. Es zeigte den Tanz der Horen, der Göttinnen der Zeiten. Nachdem das Werk zwei Theaterbrände (1855/1922) überstanden hatte, wurde es am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Johann Heinrich Beck war auch Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.

Franz August Schubert

Der spätere Historienmaler und Radierer Schubert (1806–1893) wurde in Dessau als jüngster Sohn des Schneidermeisters Johann Gottlieb Schubert geboren. Franz August Schubert wurde in Dessau Schüler bei Johann Heinrich Beck und Carl Wilhelm Kolbe. Unterstützt durch Herzog Leopold Friedrich von Anhalt-Dessau begann er im April 1829 ein Studium an der Akademie in Dresden und 1830 ging er nach München, wo er zu den Meisterschülern von Peter von Cornelius zählte. Zwischen 1834 und 1839 hielt er sich in Rom auf. Er hinterließ zahlreiche künstlerische Spuren in seiner Vaterstadt: Gemälde befanden sich im
Dessauer Schloss und im Schwurgerichtssaal, Andachtsbilder in Marien- und Johanniskirche sowie in der Zerbster Nikolaikirche. Zu seinem Hauptwerk zählte die Ausmalung der Decken-Vouten im Konzertsaal des Hoftheaters. 1863 wurde er vom Herzog zum Professor ernannt.

Die Ausstellung …

… bietet eine Zusammenschau von Werken, die von fünf Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts aus drei Generationen zweier durch Heirat mit einander verbundener Dessauer Familien geschaffen worden sind. Von ihren Werken sind in Dessau nicht allzu viele überliefert; auch im öffentlichen Raum haben sich nur die Denkmale für Friedrich Schneider und Wilhelm Müller von Hermann Schubert erhalten. Die Ausstellung wartet mit einer Vielzahl von Gemälden, Handzeichnungen und druckgrafischen Werken auf, die – da vorwiegend in Privatbesitz befindlich – erst in dieser Ausstellung erstmals wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Auch Briefe und andere persönliche Dokumente, wie das in Halbleder gebundene Tagebuch Franz August Schuberts der Jahre 1829 bis 1831, sind in der Ausstellung zu sehen.
So dürfte die Ausstellung, zu der überdies ein Katalog herausgegeben wird, eine beachtliche Grundlage darstellen, auf der eine weitere gründliche Erforschung der von den fünf Künstlern der Dessauer Familien Beck/Schubert geschaffenen Werke aufbauen kann.

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