Aus Bobmenglut geborgen. – Schätze aus der Eisenkunstguss-­Sammlung Ewald Barth 68 Jahre nach ihrer Rettung restauriert und wiederhergestellt.

Sonderausstellung: Aus Bombenglut geborgen. – Schätze aus der Eisenkunstguss-­Sammlung Ewald Barth – 68 Jahre nach ihrer Rettung restauriert und wiederhergestellt.

Noch bis zum 19. März 2017 zeigt das Museum für Stadtgeschichte Dessau erstmals kürzlich restaurierte Objekte aus der Eisenkunstguss-Sammlung Ewald Barths.
Der Dessauer Zahnarzt Ewald Barth (1898–1968) sammelte in den 1920er Jahren Medaillen, Neujahrs­plaketten, Alltagsgegenstände, aber auch filigranen Schmuck sowie Büsten und Statuetten nach Entwürfen bedeutender Künstler wie Christian Daniel Rauch (1777–1857) und Karl Friedrich Schinkel (1781–1841), die allesamt aus Eisen ­gegossen waren.

Die umfangreiche Sammlung umfasste rund 1.800 Objekte und galt sowohl quantitativ als auch qualitativ als die herausragendste Privatsammlung von Eisenkunstguss in Deutschland. Medaillen, Plaketten und Spielmarken gehörten ebenso zur Sammlung wie Schmuck, Büsten und Skulpturen. Unter den anhaltischen Objekten befinden sich z. B. auch Erzeugnisse aus der Eisengießerei Mägdesprung. Es finden sich zum Beispiel Plaketten mit Ansichten von Mägdesprung, Alexisbad und Victors-Höhe sowie Medaillons mit Porträts des anhaltischen Herzogpaares Friederike und Leopold IV. Friedrich von Anhalt.

1944 wurde die Sammlung aus der Rüstungs- und Industriestadt Dessau in das massiv gebaute Schloss der Stadt Zerbst ausgelagert. Dort schien sie vor einer drohenden Zerstörung sicher. Als die amerikanischen Truppen kurz vor Kriegsende vor den Toren der Stadt Zerbst standen, verweigerten die nationalsozialistischen Kommandanten die Übergabe der Stadt. Die folgenden Bombenangriffe zerstörten die Stadt Zerbst und das Schloss fast vollständig.
Erst drei Jahre nach Kriegsende konnte Ewald Barth Großteile der Objekte bei einer abenteuerlichen Bergung aus Bombenschutt und Trümmern retten.

Nach dem Tod von Ewald Barth übergab die Erbengemeinschaft die nun ca. 1.000 Exponate umfassende Sammlung zunächst als Dauerleihgabe an das Märkische Museum Berlin (Ost). Später wurde sie an einen Privatsammler in Westberlin verkauft, der sie dem Museum für Technik und Verkehr anvertraute. Dort war sie 1988 erstmals für die Öffentlichkeit ausgestellt. Im Jahr 2005 wurde die Sammlung der Stadt Dessau zum Kauf angeboten. Mit Unterstützung der Stadt Dessau-Roßlau und Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt, der Kulturstiftung der Länder und mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dessau wurde die Sammlung im Oktober 2007 schließlich für das Museum für Stadtgeschichte Dessau erworben.

68 Jahre nach ihrer Rettung sind zentrale, vom Zahn der Zeit angegriffene Objekte nun aufwendig materialgerecht restauriert und wiederhergestellt worden. In akribischer Feinarbeit konnten zahlreiche, auch verborgene, Schäden beseitigt werden.
Das Museum für Stadtgeschichte Dessau freut sich, ausgewählte Exponate nun wieder in ihrer ursprünglichen Ausstrahlung und Anmutung präsentieren zu können.

Die Restaurierung konnte Dank der Hilfe der Kulturstiftung der Länder im ­Rahmen der Initiative Kunst auf Lager sowie des ­Freundeskreises der Kultur­stiftung der Länder im ­Rahmen der Initiative Kunst auf Lager finanziert werden.

Die Werbegrafik  zum Ausstellungsprojekt wurde von VIERZIG A gestaltet und realisiert. Es erschienen u. a. Folder sowie verschiedene Plakate. Die Objekttexte der Sonderausstellung wurden lesefreundlich in einem kleinen, hochformatigen Heft zusammengefasst. Besucher nehmen die kleine Publikation mit auf ihren Ausstellungsrundgang. Anschließend kann jeder gegen eine symbolische Summe das Heftchen auch käuflich erwerben. So wandelt sich die kleine Publikation ganz nebenbei von einem simplen Darstellungsmedium der sogenannten C-Texte hin zu einem Minikatalog.

Infos zur Ausstellung

Aus Bombenglut geborgen. — Schätze aus der Eisenkunstguss-Sammlung Ewald Barth — 68 Jahre nach ihrer Rettung restauriert und wiederhergestellt.

Sonderausstellung 
des Museums für Stadtgeschichte Dessau im Johannbau
31. August 2016 bis 19. März 2017

Besucheradresse 
Museum für Stadtgeschichte Dessau im Johannbau
Schloßplatz 3 a, 06844 Dessau-Roßlau
Tel.: (03 40) 220 96 12 (Johannbau)
Tel.: (03 40) 800 37 90 (Verwaltung)
museum@stadtgeschichte.dessau.de

Öffnungszeiten
Mi–So: 10–17 Uhr sowie an Feiertagen.
ACHTUNG: Das Museum ist im Dezember 2016 geschlossen.

ÖPNV 
Buslinie 20 und Buslinie 12 bis Haltestelle Rathaus, von dort ca. 2 Gehminuten bis zum Johannbau | Buslinie  13 (Richtung Waldersee) und Buslinie 15 (Richtung Sollnitz) bis Haltestelle St. Georg | Straßenbahnlinien 1, 3 und 4 bis Haltestelle Museumskreuzung, von dort ca. 5 Gehminuten bis zum Johannbau

Parkplätze 
u. a. in der Schloßstraße (vor der Marienkirche), der Ludwigshafener Straße (am Ufer der Mulde); 2 Bus-Stellplätze in der Schloßstraße

 

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